Zeuthener Yachtclub e.V., Niederlausitzstraße 12, 15738 Zeuthen, Tel.: (033762) 70 9 77

Regatten

Meisterschaften

Von 1956 bis 1970 nahmen die Segler der BSG „Motor Wildau“ an den Berliner-Meisterschaften teil, um sich für die DDR-Meisterschaften qualifizieren. Die Konkurrenz war groß. Aber bereits 1956 stellte unsere Sektion den Berliner Meister sowie den DDR-Vizemeister bei den Piraten (Männer). Auch die zweiten und dritten Plätze bei den Berliner-Meisterschaften für die Piraten (Frauen) und 10 qm Wanderjollen waren hervorragende Erfolge.

1962 wurde Peter Rutz Berliner Meister bei den Piraten (Jugend). Auch Heinz Schumann war dreimal Berliner Meister, 1964 auf der Zehner (mit Wolfgang Pritzel) sowie 1965 und 1966 auf dem 15qm Jollenkreuzer (mit Eddi Pardeick).

Ab 1974 musste auf dem Breitling gesegelt werden: auf Grund der vielen Erfolge, besonders der Jugendsegler von „Motor Wildau“, hatte der „Deutsche Turn- und Sportbund“ Potsdam verfügt, dass die Qualifizierung zur DDR-Meisterschaft fortan bei der Wettfahrt des Bezirksfachausschusses Potsdam zu erfolgen hatte.

Das neue Meisterschaftsrevier – der Breitling bei Brandenburg - konnte aber nicht, wie zuvor der Müggelsee, auf dem Wasserweg erreicht werden. Dafür hätte man die Boote durch West-Berlin schleppen müssen. Der Landtransport erforderte einen enormen Aufwand für die circa zwanzig teilnehmenden Schiffe. Viele Meistertitel und die gute Stimmung auf dem Campingplatz in Malge aber machten die Bezirksmeisterschaften immer wieder zu kleinen Vereinsfesten. Grillen und Bowle gehörten stets dazu.

In den Jahren 1976 bis 1989 gab es viele Erfolge bei den Bezirksmeisterschaften. Heinz Schumann, Karl Roll und Horst Barthel holten jeweils mehre Meistertitel bei den H-Jollen, Peter Rutz wurde sieben mal Bezirksmeister der Yoxys, Manfred Schrot siegte vierzehn mal mit seiner O-Jolle.

Bei den Piraten-Frauen errang Gisela Wedler zwölfmal die Goldmedaille. Weitere Titel und vordere Plätze wurden in den Klassen 15qm Jollenkreuzer, OK und 420er ersegelt.

DDR-Meisterschaften

Die DDR Meisterschaften der nationalen Klassen (dazu gehörten R-Jollenkreuzer, P-Jollenkreuzer, H-Jollen, Z-Jollen, O-Jollen, XY, Yoxy, Piraten, 420er, OK) fanden einmal jährlich statt. Ungefähr zweihundert Boote segelten auf olympischen Kursen um die Medaillen.

Den einzelnen Bootsklassen wurden von der „Kommission Regattasport“ Kontingente zugeteilt. Der Auswahlmodus verlangte, dass aus mindestens drei Bezirken Boote der jeweiligen Klasse teilnehmen und wiederum zehn Boote einer Klasse zusammenkommen mussten, die sich zuvor bei den Bezirksmeisterschaften qualifiziert hatten.

Durchschnittlich fünfzehn unserer Schiffe reisten zu den DDR Meisterschaften. Die „BSG Motor Wildau, Sektion Segeln“ gehörte zu den erfolgreichsten Vereinen der Republik in den nationalen Klassen. In den Jahren 1963 bis 1990 kamen die Segler in jedem Jahr – außer 1983 - mit Medaillen nach Hause. Sie hatten also immer erste, zweite oder dritte Plätze ersegelt.

Hatten 1959 noch drei Klassen an den DDR-Meisterschaften teilgenommen, waren es 1990 zwölf. Ein Jahr zuvor starteten auf dem Schweriner See 644 Segler mit 335 Booten. Insgesamt waren mit allen Trainern, Wettfahrtleitern, Schiedsrichtern, Motorbootfahrern und Funktionären mehr als 1000 Sportfreunde beteiligt.

Mannschafts-Meisterschaften

Die erfolgreiche Teilnahme an Wettfahrten stand in unserem Verein immer an erster Stelle. Im Hafen lagen daher nur klassenreine Regattaboote. Mit ihnen standen die Chancen gut, bei der überregionalen Berliner Mannschafts-Meisterschaft bestens abzuschneiden.

Zu einer Mannschaft gehörten die Klassen R, P, H, Z, O, Pirat M, Pirat F, Xylon, 420er-Jugend. Gegen die starke Konkurrenz von „SG Grün-Weiß“, „SG Grünau“ oder „BTB“, die auch bei DDR-Meisterschaften dominierten, gelang es, neben einem 3. Platz auch einmal einen 1. Platz zu ersegeln.Auch die Piraten-Mannschafts-Wettfahrt auf dem Zeuthener See wurde mehrfach gewonnen.

Als auf dem Scharmützelsee der „Paul Schulze Gedächtnis Pokal“ endgültig ersegelt werden konnte, war die Freude groß - waren doch über dreißig Boote unseres Vereines durch die Kanäle geschleppt worden, um daran teilzunehmen.

Sehr erlebnisreich waren auch die Mannschafts-Wettkämpfe mit „Turbine Bleiloch“ und ein Mannschaftsvergleich mit einem ungarischen Verein auf dem Balaton.

BDS Pokal

Um den Regattasport in den nationalen Klassen zu beleben, wurden vom „Bund Deutscher Segler“ die „BDS Pokale“ gestiftet. Diese Wanderpeise segelten die einzelnen Klassen in wechselnden Revieren aus. Dadurch gerieten auch unbekanntere Seen in den Fokus der Regattasegler. So fanden auf dem Zeuthener See innerhalb der „Zeuthener Woche“ oder der„Kehraus - Wettfahrt“ der H-Jollen entsprechende Regatten statt. Einige „BDS-Pokale“ waren zeitweise bei uns im Trophäenschrank zu bewundern. Der „Yoxy-Pokal“ konnte sogar zweimal dauerhaft ersegelt werden.

Sonstige Wettfahrten

Der Berliner Wettfahrtkalender für die Reviere Müggelsee, Dahme und Seddinsee verzeichnete für nahezu jedes Wochenende der Saison Regatten, meistens für mehrere Klassen. So waren die Sportfreunde der „BSG Motor Wildau, Sektion Segeln“ oft unterwegs und konnten zahlreiche Siege und vordere Plätze erringen.

Um die Regattaaktivitäten in der Sektion auszuwerten, wurde ein interner Wettbewerb ausgeschrieben, der nicht nur Erfolge, sonder auch Teilnahme berücksichtigte. So kamen hier Gewinner auf über zwanzig Wettfahrten, die sie absolviert hatten.

Auch mit drei Eisseglern war die „BSG Motor Wildau, Sektion Segeln“ erfolgreich an Regatten beteiligt, meist auf dem Rangsdorfer oder Wolziger See. Die Sportfreunde Pritzel, Andersch und Rutz nahmen sogar an DDR-Meisterschaften teil.